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Empfehlungen für Erstehlfer

Wie der Name bereits ausdrückt, sind “Ersthelfer” gewöhnlich die ersten am "Unglücksort" und die ersten, die die Familienmitglieder vom Tod des Kindes benachrichtigen. Wenn die Ersthelfer  zuverlässig, offen und mitfühlend sind, so tragen sie zu einer Verringerung des Schmerzes beim Trauerprozess der Familie bei.

Eine der schwierigsten Aufgaben für die Ersthelfer (Rettungspersonal, Kriseninterventionsteam, Polizei) ist es, den Eltern die Nachricht vom plötzlichen Tod ihres Kindes mitzuteilen. Für den Ersthelfer ist es notwendig, die Bedürfnisse der überlebenden Familie zu erkennen und sich zu bemühen, sie weitestgehend zu erfüllen. Gleichzeitig sollte man dafür sorgen, dass der Ort des Geschehens abgesichert wird, bis die eigentlich zuständigen Stellen (Kripo etc.) eintreffen. 

 

Der Baby stirbt zu Hause

Wenn ein Kind zu Hause stirbt, ist sorgfältig darauf zu achten, dass die Familie und das tote Baby mit Würde behandelt werden. Die Ansprechpartner sollen solange dabei bleiben, bis die eigentlich zuständigen Stellen (Polizei, und wenn möglich das Kriseninterventionsteam) eintreffen und auf die Trauerreaktionen der Familie geeignet reagieren. Diese Reaktionen können Leugnen, Hysterie oder Wut sein.

 

Der Tod tritt Im Krankenhaus ein

Wenn ein Kind ins Krankenhaus gebracht worden ist, so wird die Familie häufig in einem separaten Raum untergebracht, wo sie wartet und wartet und wartet. Die Familie wünscht jedoch Informationen und ist dankbar dafür, selbst wenn die schlimmsten Befürchtungen bestätigt werden. Obwohl die Ersthelfer in der Regel unter Zeitdruck stehen, um zu ihrer Dienststelle zurückzukehren, würde ein Kontakt zu den wartenden Familienmitgliedern deren Trauma verringern und ihnen helfen, die Nachricht vom Tod ihres Kindes zu akzeptieren. Falls die Teammitglieder jedoch keine Zeit haben, um sich um die Familie kümmern zu können, so sollten sie die Familie zu den zuständigen Verantwortlichen des Krankenhauses führen. Hinterlassen sie auf jeden Fall ihren Namen und ihre Telefonnummer, so dass die Familie später anrufen kann, falls sie noch Fragen hat.   

 

Informierung der Familie beim Tod außer Haus

Es sollte jeder Versuch unternommen werden, die Familie direkt und schnell zu informieren. Die Familie sollte jedoch niemals per Telefon vom Tod ihres Kindes erfahren. Am besten sollte die Benachrichtigung persönlich durch zwei Personen erfolgen. Da Menschen auf die Todesnachricht sehr unterschiedlich und unerwartet reagieren können, sollte einer des Teams sorgfältig die Reaktion der Familie beobachten, während der andere das Gespräch führt. 


Langfristige Unterstützung der Familie 

Da die Verarbeitung der Trauer eine lange Zeit in Anspruch nimmt, manchmal Jahre, ist es für die Familie hilfreich zu wissen, dass Unterstützung möglich ist. Ersthelfer sollten sich vertraut machen mit den verschiedenen Hilfsangeboten vor Ort und z. B. mit einer unaufdringlichen Postkarte auf das Hilfsangebot der Selbsthilfegruppe GEPS hinweisen.

Vielleicht ist es Ihnen auch möglich nach einer Weile die Familie noch einmal zu besuchen und eine kleine Aufmerksamkeit, z. B. eine Bild-Postkarte, eine  Versesammlung o. ä. mitzubringen und sich nach dem Befinden zu erkundigen um zu zeigen, dass sie Anteil am weiteren Trauerprozess nehmen.