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SID-Rate (ICD R95 - SID, früher 798.0)

Wie kann man als Elternvereinigung der vom Plötzlichen Säuglingstod Getroffenen die kalten statistischen Daten veröffentlichen?

 Kommentarlos? Ausgeschlossen!

 

1999 sind im Saarland und in Rheinland-Pfalz 43 Säuglinge mit der Diagnose SIDS gestorben, 24 Jungen, 19 Mädchen. 26 Mütter und Väter mussten ihr Kind begraben, Kinder der Liebe und nun gleichzeitig Kinder des tiefsten Schmerzes. Wie viele Geschwister, Großeltern, Verwandte und Freunde getroffen wurden, gibt keine Statistik preis. Allein bei zweien der 43 Todesfälle gab es 4 überlebende Geschwister, 8 Großeltern, 17 Tanten und Onkel, 14 Cousins und Cousinen und noch viel mehr Freunde und Bekannte der Familien. Vor kurzem hatten sie noch die Freude über ein Neugeborenes geteilt, hatten sich bei der Taufe zusammengefunden, zuversichtlich in die Zukunft geblickt. Und dann – unvorstellbar, unbegreiflich, nicht mitteilbar.

 

Nur noch Leere, Ohnmacht, Weinen, Erkenntnis: es war kein böser Traum, es geht nicht vorbei. Nach einigen Tagen wieder essen, trinken, ins Bett gehen, aufstehen, auf den Friedhof gehen, es ist sein/ihr Grab, es ist es wirklich.

Warum ? – Keine Ursachen bekannt, möglicherweise ..., vielleicht auch ... oder ...

In den Niederlanden sterben sieben mal weniger Kinder als in Rheinland-Pfalz, dem Saarland oder Nordrhein-Westfalen? Das ist nicht wahr, das kann nicht wahr sein, die kennen doch auch keine Ursachen ... ? Risikofaktoren, ja ..., mal was gelesen ... informiert? Nicht Geburtsvorbereitung, nicht Hebamme, nicht Geburtsklinik, nicht Kinderarzt?

 

Wer, wenn nicht wir?
Wann, wenn nicht jetzt?

Hermann-Josef Schwab
entnommen dem rheinland-pfälzischen Rundbrief 1/2001


Rate des Plötzlichen Säuglingstodes in Deutschland
Jahr Lebendgeborene Sterbefälle Rate (Promille)
2000 766.999 482 0,6
2005 685.795 298 0,4
2010 677.947 164 0,2
2011 662.685 147 0,2
2012 673.544 131 0,2
2013 682.069 152 0,2

Quelle: Infosystem Gesundheitsberichterstattung (GBE) des Bundes