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Der Plötzliche Säuglingstod - noch immer unerklärlich

Gemeinsame Elterninitiative
Plötzlicher Säuglingstod (GEPS) - bietet Hilfe an 

Der Plötzliche Säuglingstod, auch Kindstod, Krippentod oder Wiegentod genannt, der mit 40 Prozent die häufigste Todesursache im ersten Lebensjahr darstellt, ist im Grunde noch unerklärlich. Es gibt Vermutungen und Spekulationen, Beweise für auslösende Ursachen in der Forschung gibt es aber nicht. Die Tatsache, ein Baby zu verlieren, kann plötzlich und unerwartet jeden treffen. Erschreckend, wenn man sich bewusst macht, dass pro Tag ein bis zwei Säuglinge in der Bundesrepublik an SIDS - Sudden infant death syndrome - sterben, im Jahr also ca. 500 Babys. Besonders häufig sterben Säuglinge zwischen dem 2. und 4. Lebensmonat und in den Wintermonaten.

 

Für die betroffenen Eltern ist es unvorstellbar, dass muntere, völlig gesund erscheinende Babys einfach aufhören zu atmen und leblos in ihren Bettchen vorgefunden werden. Doch es ist grausame Realität. Hier ist das Emblem der GEPS ein sprechendes Bild:

Vom Baum des Lebens ist ein Blatt abgeknickt worden 

GEPS_blau

 


Empfehlungen zur Senkung des Risikos:

 

Der Plötzliche Säuglingstod ist im Einzelfall nicht vorhersagbar und kann deshalb auch nicht mit letzter Sicherheit verhindert werden. Aber man kann etwas tun, um das Risiko für Säuglinge deutlich zu verringern. 

Die Deutsche Akademie für Kinderheilkunde und Jugendmedizin hat in ihrer  Stellungnahme zum Thema "vermeidbare Risikofaktoren für den Plötzlichen Säuglingstod" wissenschaftlich gesicherte Empfehlungen zusammengefasst, die auch vom Wissenschaftlichen Beirat der GEPS unterstützt werden.

  • Säuglinge sollten im ersten Lebensjahr in Rückenlage schlafen.
  • Säuglinge sollten so ins Bett gelegt werden, dass ihr Kopf nicht durch Bettzeug bedeckt werden kann.
  • Säuglinge solten im elterlichen Schlafzimmer, aber im eigenen Bett schlafen.
  • Säuglinge sollte sowohl vor als auch nach der Geburt in einer rauchfreien Umgebung aufwachsen.
  • Raumtemperatur und Bettdecke sollten so gewählt werden, dass es für das Kind angenehm, d. h. weder zu warm noch zu kalt ist.
  • Säuglings sollten - wenn möglich - gestillt werden.

 

Mehr Wissenswertes zum Thema "Plötzlicher Säuglingstod" und was man vorbeugend tun kann, können Sie in den

Vorsorgebroschüren

der Länder Baden-WürttembergRheinland-Pfalz , Saarland und der GEPS Deutschland nachlesen.

 


 

Gibt es besonders gefährdete Kinder?


Jahrelange Forschungen im In- und Ausland führten, statistisch gesehen, zur Eingrenzung einzelner Risikogruppen:

  • Säuglinge mit anscheinend lebensbedrohenden Ereignissen (ALE) ohne klinisch erkennbare Ursache
  • Früh- und Neugeborene nach Intensivtherapie, vor allem solche mit bronchopulmonaler Dysplasie (chronische Lungenprobleme nach Beatmung)
  • Kinder von rauchenden Eltern
  • Kinder von drogenabhängigen Eltern
  • Kinder mit starkem Untergewicht bei der Geburt
  • Mehrlingskinder
  • einem unerwarteten und plötzlichen Säuglingstod nachfolgende Geschwister

 


 

Faktoren, die möglicherweise eine erhöhte Gefährdung bedeuten:

  • wiederholtes Blau- oder extremes Blasswerden
    ohne erkennbare Grunderkrankung
  • längere Atempausen während des Schlafens, vor allem mit Abfall von Herzfrequenz und Sauerstoff im Blut
  • Nahrungsrückfluss vom Magen in die Speiseröhre (gastro-ösophagealer Reflux)
  • schlechte Gewichtszunahme und/oder auffallende Entwicklungsverzögerungen
  • starkes Schwitzen während des Schlafes ohne Infektzeichen, ohne zu warme Kleidung, ohne zu hohe Umgebungstemperatur

 


 

Kann man dem Plötzlichen Säuglingstod vorbeugen?


Kinder der Risikogruppen sollten umfassend untersucht werden, einschließlich einer Polysomnographie. Nach sorgfältiger Abklärung wird man sich eventuell für eine häusliche Monitor-Überwachung entscheiden. Hierzu müssen Eltern in der Wiederbelebung ihres Kindes unterwiesen und anschließend konsequent kinderärztlich betreut werden, zumal auch ein Monitor keine absolute Sicherheit gegen den Plötzlichen Säuglingstod bietet. Alle Eltern sollten ihr Kind im ersten Lebensjahr besonders aufmerksam beobachten und bei Auffälligkeiten kinderärztlich untersuchen lassen. Falls nötig, können individuelle Maßnahmen getroffen werden.

 

Auszüge aus der Kurzinformation "Der plötzliche und unerwartete Säuglingstod" der GEPS.